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Verhaltensanalyse: Zwei Kennzahlen heißen falsch

Noch eine Durchsicht aus der Community, per Mail und sehr genau nachgerechnet, diesmal zur Verhaltensanalyse. Zwei Kennzahlen versprechen mehr, als sie messen. Beides stimmt.

1. "Sparplan-Disziplin" misst kein Sparen.

Die Kennzahl summiert die Bruttobeträge deiner Käufe je Monat. Verkäufe werden nicht gegengerechnet, echte Ein- und Auszahlungen kommen gar nicht vor. Wiederangelegte Dividenden erscheinen als Kauf.

Wer also einmal umschichtet, sieht darin aus wie jemand, der diszipliniert gespart hat. Gemessen wird die Regelmäßigkeit der Kaufaktivität, nicht die des Sparens.

Ich gehe beide Wege: Erst die ehrliche Umbenennung, dann eine echte Einzahlungsanalyse als eigene Kennzahl, mit Durchschnitt, Median und der Zahl der Monate mit positivem Cashflow. Die Daten dafür hat Kontor schon, Kapital-Herkunft rechnet bereits so.

2. "Dispositions-Effekt" ist ein Haltedauer-Verhältnis.

Gerechnet wird die durchschnittliche Haltedauer von Verkäufen mit Gewinn geteilt durch die von Verkäufen mit Verlust, ausschließlich auf geschlossenen Trades. Der echte Dispositions-Effekt bezieht auch die Positionen ein, die du gerade nicht verkaufst, und genau die fehlen.

Die Kennzahl heißt künftig "Haltedauer-Verhältnis, Gewinner gegenüber Verlierern", mit Fallzahlen je Seite, Median neben dem Durchschnitt und der Einheit an der Achse.

Die klassische Rechnung über PGR und PLR muss ich vorerst ablehnen, und zwar nicht wegen der Formel, sondern wegen der Daten: Dafür bräuchte ich für jeden Tag jeder Position den Buchgewinn gegenüber dem Einstand, und Parqet liefert je Position keine tägliche Kursreihe.

3. "Positionen vs. Performance" zeigt einen Zusammenhang, den es nicht belegen kann.

Der stärkste Punkt der Mail. Die reine Positionszahl ignoriert Gewichte, und die kumulierte Rendite trägt jeden früheren Gewinn dauerhaft mit. Zwei Linien, die fast nur steigen können, sehen zwangsläufig nach Ursache und Wirkung aus.

Neu: effektive Positionszahl gegen rollierende Zwölfmonats-Werte. Und als Standard-Gegenlinie die Volatilität statt der Rendite, denn Diversifikation soll Risiko senken, nicht Rendite erzeugen. Der Hinweis auf höhere Gebühren fliegt raus, dort wird keine einzige Gebühr ausgewertet.

4. "Trades pro Monat" braucht eine Definition. Gezählt werden Käufe und Verkäufe der letzten zwölf Monate, jede Ausführung einzeln. Sparplanausführungen und Teilverkäufe zählen also je einzeln, mehrere Ausführungen am selben Tag werden nicht zusammengefasst. Das steht künftig dabei, aufgeteilt in Käufe, Verkäufe und aktive Handelstage.

5. Kalender und Methodik. Verkaufsfilter, getrennte Tageswerte für Käufe, Verkäufe und Dividenden, "Transaktionsvolumen" statt "Gesamt", Netto-Cashflow separat, und eine Dividende unter einem Euro nicht mehr als "0 Euro". Dazu ein kurzer Methodikblock am Seitenende: Was zählt als Trade, was als Gewinner, wie werden Teilverkäufe behandelt, welcher Zeitraum liegt zugrunde.

Frage an euch: Was ist für euch die nützlichere Zahl, die Regelmäßigkeit eurer Käufe oder die eurer echten Einzahlungen? Ich zeige beide, aber nur eine davon kann oben als Kachel stehen.

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